Tobias Krell checkt Kinderfilme

Tobias Krell
Tobias Krell | Bild: BR

Der Berg an Kinderfilmen ist enorm. Abenteuer, Komödien, Dramen, Trickfilme. Es gibt massenweise Produktionen für die junge Zielgruppe, weil sie ein dankbares, auch zahlungskräftiges Publikum sein können. Nur: Was zeichnet einen wertvollen Kinderfilm aus? Tobias Krell, alias "Checker Tobi" spürt der Frage nach.

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Klischeebeladen, verkitscht, von oben herab aus Erwachsenen-Sicht. Es gibt genügend Beispiele, wie ein Kinderfilm nicht sein sollte. Dabei sollten Anspruch und echte Probleme durchaus Platz haben in Produktionen für Jüngere – gerade jetzt in der Pandemie, in der Kinder und Jugendliche zwangsläufig viel vor Bildschirmen sitzen. Was also wie schauen? Das Filmmagazin "kinokino" hat Tobias Krell gefragt, den "Checker Tobi" aus dem ARD-Kinderprogramm und neuen Leiter des Kinderfilmfest München.

Der Berg an Kinderfilmen ist enorm. Abenteuer, Komödien, Dramen, Trickfilme. Es gibt massenweise Produktionen für die junge Zielgruppe, weil sie ein dankbares, auch zahlungskräftiges Publikum sein können. Nur: was zeichnet einen wertvollen Kinderfilm aus?

Moderator Tobias Krell, bekannt als "Checker Tobi", reiste fürs Kino vor zwei Jahren um die Welt – um das Geheimnis unseres Planeten zu entdecken. "Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten" (TV-Ausstrahlungen: 02. April im KiKA und 02. Mai im Ersten) ist ein Familienfilm, der die Zuschauenden mitnimmt in eine aufregende Schnitzeljagd um die Erde. Tobi klettert auf den Krater eines feuerspeienden Vulkans, taucht mit Seedrachen im Pazifik, erkundet mit Klimaforschern die einsamsten Gegenden der Arktis und landet ausgerechnet in der trockensten Zeit des Jahres in Indien. In Mumbai wird er zum Bollywoodstar, ehe der Monsun die Megametropole verwandelt. Schließlich checkt Tobi, dass er des Rätsels Lösung während seiner ganzen Reise vor Augen hatte.

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Tobias Krell | Bild: BR

»Bei unserem Kinofilm mussten wir schon gucken, dass wir irgendwie ein Gefühl dafür kriegen, wie wir das dosieren zwischen Unterhaltung, weil es soll gelacht und mit erlebt werden, aber auch Wissensvermittlung, denn das ist der Kern von Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten.«


Krell weiß, dass gerade jetzt in der Pandemie Kids und Jugendliche besonders viele Filme und Serien konsumieren, allein schon, um mitreden zu können.
Wenn Filme ihre jungen Figuren ernst nehmen, wenn sie nicht von oben herab erzählen – sondern mitten aus dem Leben, mit Sorgen und Nöten. Dann können sie identitätsstiftend sein.

Seine Familien-Film-Tipps:

Die Bestseller-Verfilmung "Crazy" aus dem Jahr 2000, in der der 16-jährige Benjamin von seinen getrennt lebenden Eltern ins Internat geschickt wird. Der halbseitig gelähmten Jungen muss sich ein Zimmer mit Janosch teilen, der sich mehr für Mädchen und Spaß als für die Schule interessiert. Die beiden entwickeln eine authentische Teenie-Freundschaft die über 1,5 Millionen ins Kino lockte.

"Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess" von 2020. Ein Familienfilm in dem Sam mit seiner Familie den ersten Urlaubstag auf der niederländischen Insel Terschelling verbringt und der eigensinnigen Tess begegnet. Sie möchte endlich ihren Vater kennenlernen, der noch nicht weiß, dass er eine Tochter hat. Für ihren Plan hat Tess nur eine Woche Zeit, in der sie dringend Sams Hilfe benötigt. Durch ihr gemeinsam anstehendes Abenteuer entdecken beide, wie viel Familie und Freundschaft wirklich bedeuten.

Oder auch die Disney-Animation "Alles steht Kopf" von 2015, wo wir ins Innere der jungen Riley reisen und ihre Gefühle Wut, Angst, Freude, Ekel und Kummer kennenlernen. Das ist urkomisch und erklärt tatsächlich auch ein wenig, wie unser Gehirn funktioniert. Vor allem aber hat "Alles steht Kopf" einfach sehr viel Herz und Humor, findet Tobias Krell.

Leider dominiert im deutschen Kinder- und Jugendfilm meistens der Mainstream. Buch-Adaptionen wie "Ostwind" sind dank Pferde-begeisterter Mädchen kommerziell erfolgreich. Für Krell, der neuerdings das Kinderfilmfest München leitet, zählt aber eher originäre Kost. Filme mit Tiefgang, die kleine Kritiker überzeugen.

Tobias Krell:

»Wenn Kinder was toll finden, dann feiern sie das und wenn sie was nicht toll finden oder mir nicht glauben oder es einfach Kacke finden, dann sagen sie mir das ungeschönt, ungefiltert und das schätze ich total.«


Im Idealfall schauen Kinder und Erwachsene gemeinsam die Filme. Um Aufregendes und Neues zusammen verarbeiten zu können. Denn nicht immer ist Checker Tobi zur Stelle, um die wichtigsten Fragen zu klären.

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