Matt Edwards im Interview

Pan Tau
Pan Tau ist die moderne Neuauflage der gleichnamigen tschechischen Serie aus dem Jahr 1970. Der stumme Titelheld mit Anzug und Melone lässt diverse Familien Abenteuer durchleben. Elegant, schweigsam und doch für jede Menge fantastischer Überraschungen gut – Pan Tau (Matt Edwards) | Bild: ARD/Caligari/Film2020

Interview mit Hauptdarsteller Matt Edwards

»Ein Kindheitstraum ist in Erfüllung gegangen.«

Herr Edwards, wie kamen Sie zu dem Projekt?

Ich wurde direkt von Caligari Film kontaktiert. Die Produzentin Gabriele M. Walther hatte mich im Finale der Fernsehshow „Britain’s Got Talent“ gesehen. Das war tatsächlich das erste Mal, dass ich von Pan Tau gehört habe. Um auf mein Skype-Gespräch mit der Produzentin vorbereitet zu sein, habe ich mir die alten Pan Tau-Folgen angesehen. Ich war sofort begeistert von dieser einzigartigen Gelegenheit. Als Ergebnis dieses virtuellen Treffens wurde ich zum Casting nach Köln eingeladen. Da Pan Tau nie redet, sondern über ganz spezielle Kommunikationsmittel verfügt, war das Casting eine ganz besondere Herausforderung. Sie wollten, dass ich tanze, auf einem Stück Holz balanciere und auf einem Trampolin springe – und natürlich wollten sie sehen, welche Zaubertricks ich kann. Rückblickend machten die Castingtests absolut Sinn, da ich wirklich viel physisches Schauspiel abdecken musste. Ich bin von einem Baum gefallen, saß auf dem Dach eines fahrenden Autos, stand auf einem Stand-upPaddle, habe auf Rollschuhen mit einem Mädchen im Rollstuhl getanzt, mit Rittern gekämpft, mit Pfannkuchen jongliert und vieles mehr!

Wie haben Sie sich der Figur angenährt?

Als Magier ist man es gewohnt, allein zu arbeiten und vor einem Spiegel zu proben. Jetzt hatte ich einen neuen Spiegel – die Regisseurin Franziska Meyer Price. Sie hat mir gezeigt, wie ich meine schauspielerischen Fähigkeiten entwickeln und Pan Tau zum Leben erwecken kann. Mein Vortragsstil ist normalerweise spielerisch-chaotisch und slapstickartig. Aber Pan Tau ist ein Gentleman, und mit kleinen Gesten schafft er Bedeutungsvolles. Es war das erste Mal, dass ich mit einem kreativen Team gearbeitet habe, und es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Ich musste die Zaubertricks für Pan Tau selbst entwickeln, und das war sehr inspirierend.

War es schwierig für Sie, sich nur auf die Körpersprache zu verlassen, ohne die Stimme zu gebrauchen?

Pan Tau war für mich zunächst wirklich schwer zu greifen. Es birgt eine ganze Reihe neuer Herausforderungen, als Figur nicht sprechen zu dürfen. Normalerweise liebe ich es, vor Publikum zu sprechen, ich bin ein großer Redner. Es war für mich daher anfangs sehr schwer, auf meine Stimme komplett zu verzichten. Außerdem versteht Pan Tau ja keine Worte, sondern „liest“ Menschen und Situationen auf seine Weise. Ich musste also einen Weg finden, die jeweilige Atmosphäre der Szene zu greifen und nicht direkt auf das zu reagieren, was die Figuren sagen.

Wie war es, mit so vielen unterschiedlichen Menschen zu drehen?

In jeder Episode lernt Pan Tau eine neue Familie kennen. Es war wirklich großartig, mit so vielen jungen talentierten Darstellern zu arbeiten. Besonders aufregend war die Kampfszene in der Fantasy-Episode. Ich musste gegen einen bösen Zauberer kämpfen. Seit ich klein bin, liebe ich Zauberei und Fantasy-Bücher wie Harry Potter. Und mein Gegenspieler Helmfried von Lüttichau, der den Zauberer Mordock spielt, war unglaublich! Er schaute mir direkt in die Augen und alles fühlte sich so real an. Dann habe ich ihn mit einem Zaubertrick ausgeknockt. Für mich war das einer der schönsten Drehtage – ein Kindheitstraum ist in Erfüllung gegangen!